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Mekong Diagrams

Jack Bauer


Einmal gefragt nach seiner künstlerischen Herangehensweise, antwortete Jack Bauer, er recherchiere wie ein Detektiv. Und seine Recherchen bestünden aus einem "Sammelsurium von Gedanken, Tests, Spaziergängen, Empfindungen, Stimmungsschwankungen".

In den Mekong-Diagramsoffenbaren sich wie in der AESCHER-Serie ( ein ironisches Wortspiel von Aschenbecher und dem niederländischen Supertäuscher M.C.Escher, wo Umrisslinien eines Aschenbechers in eine paradoxe Geometrie kippen ) eingearbeitete Linien in einem graphischen Modem, welches zunächst als amulettförmiger Linienspiegel für ein herkömmliches Reisetagebuch konzipiert war.

Dieses Basisdiagramm resultiert aus einer Kombination von abstrahierten Elementen Khmer-Hinduistischer Scheintüren und Amuletten der südostasiatischen Mystik.

Im Laufe Bauers Aufenthalts 2002 in Kambodscha, Laos und Thailand wird das geschriebene Wort sukzessive abstrahiert.

Diese netzartigen Codes stehen für narrative Sinneseindrücke und bewahren somit den ursprünglichen Tagebuchcharakter.

Mekong-Diagramserfahren durch den Verzicht auf Definitionen und Bestimmungen eine poetische Wandlung und tragen jene meditative Ruhe in sich, die den hypnotischen Fluss des "Magic-Mekong" ausmacht.

Die strenge Geometrie der verschiedenartigen Formenspiele erscheint nunmehr als weiche, anpassungsfähige Strukturmasse, welche sich von Bild zu Bild bewegt, um ihr Naturell auszuleben.

Es wäre nicht Jack Bauer, wenn nicht diese Lineaments schliesslich unter dem Titel "Falsche Barbaren" in Form von bezeichneten, blauen Nylongeweben zu benutzbaren Wegwerfteppischenmutierten.

"Mekong Diagrams",2003
Siebdruck/Tusche
Unikate
je 100 x 70 cm